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Presseartikel

Schienenstränge gut angelegt

18.03.2011
von Presse/Internet

Denkmal erhält Schienenstränge aus Oelsnitz

Freie Presse

Von Michael Brandenburg

Denkmal erhält Schienenstränge aus Oelsnitz

Europaweit einzigartig ist die Seilablaufanlage des ehemaligen Rangierbahnhofs Hilbersdorf gewesen. Ein Teil soll bis August wieder funktionieren - unter anderem dank Material aus Oelsnitz.

HILBERSDORF -Vorsichtig setzt der Kran ein Gleisjoch nach dem anderen auf das vorbereitete Gleisbett. Sechs solcher Elemente aus Schienen und Betonschwellen - jeweils 15 Meter lang und zehn Tonnen schwer - sind diese Woche vom Bergwerksbahnhof in Oelsnitz angeliefert und am ehemaligen Befehlsstellwerk 3 auf dem Gelände des früheren Rangierbahnhofes Chemnitz-Hilbersdorf verlegt worden.

Hinzu kam am Nachmittag noch eine 17,50 Meter lange Weiche einer einstigen Anschlussbahn von der Herrmann-Pöge-Straße in Bernsdorf. "Im August sollen darauf wieder Waggons rollen", umreißt Vereinsvorsitzender Wolfgang Vogel das Ziel der 22 Mitglieder des Fördervereins Eisenbahnfreunde "Richard Hartmann". Der Club hat vor etwa anderthalb Jahren einen Teil des ehemaligen Rangierbahnhof-Geländes gekauft und seither das Befehlsstellwerk saniert. Auf etwa 18o Metern Gleis, die wieder unter dem Stellwerk hindurch verlegt werden, wollen die Vereinsmitglieder ab August Besuchern die Funktionsweise der früheren Seilablaufanlage als technisches Denkmal im Original demonstrieren.

Die Anlage galt bei ihrer Inbetriebnahme 1930 europaweit als einmalig. 1991 wurde sie stillgelegt. An dem in Richtung Niederwiesa ansteigenden Ablaufberg konnten Züge ohne Rangierlokomotive neu zusammengestellt werden. Mittels Elektromotoren, Seilen und Seilwagen wurden die Waggons den Berg hinauf gezogen und beim Herunterrollen zu den Weichen abgebremst.

260 hölzerne Spezialschwellen für die Seilwagen-Gleise haben die Eisenbahnfreunde in den vergangenen Wochen in Kooperation mit dem Chemnitzer Verein Berufsförderung Network und mit Förderung durch die Hartz-IV-Arge gebaut und verlegt. Darauf müssen jetzt noch jeweils vier Schienen für Seilwagen und Bahnwaggons montiert werden. Während zwei Waggons schon bereitstehen, warten die beiden Seilwagen noch auf ihre Restaurierung. Dafür und für die bereits laufende Instandsetzung von drei Spanntürmen, über die das Seilsystem der Anlage geführt wird, erhalten die Eisenbahnfreunde Fördergeld aus dem Europäischen Sozialfonds und Landesdenkmalmittel.

Ersatz für die Gleise und Weichen, die Anfang der 1990er-Jahre von der Bahn demontiert wurden, haben sich die Vereinsmitglieder preiswert in der Umgebung beschafft und passen sie jetzt dem neuen Verwendungszweck an. "Die Bahn AG verlangte viel zu viel dafür. Dabei zeigen wir doch hier Bahngeschichte", kritisiert Vogel.

Quelle: http://www.oelsnitz.net/index.php/landesgartenschau/eisenbahnfreunde.html

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